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St. John's Co-Cathedral in Valletta

St. John’s Co-Cathedral verbindet die Geschichte des Johanniterordens mit einem eigenständigen Kunstensemble. Im Kirchenschiff ziehen ornamentierte Marmorplatten den Blick über die Grabmäler der Ordensritter; darüber entfaltet sich Mattia Pretis ausgemalte Decke. Im Oratorium begegnen Besucher den beiden auf Malta entstandenen Gemälden Caravaggios.

Innenraum der St. John's Co-Cathedral in Valletta Blick in den reich verzierten Innenraum der St. John's Co-Cathedral in Valletta mit barocker Ausstattung und Gewoelbe. Foto: Simon Burchell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ordenskirche in der befestigten Hauptstadt

Die Johanniter ließen Valletta nach der Großen Belagerung von 1565 als befestigte Hauptstadt auf der Halbinsel Sceberras anlegen. Innerhalb der Mauern folgt das Straßennetz einem regelmäßigen Raster. Die Co-Cathedral war die Ordenskirche und erhielt ihre Ausstattung in diesem religiösen und politischen Zentrum.

Marmor und Pretis Deckenmalerei

Die Bodenplatten bilden ein dichtes Mosaik aus farbigem Stein und heraldischen Motiven; viele markieren die Grabstätten von Rittern des Ordens. Über dieser horizontalen Folge spannt sich die Decke mit Pretis Malereien. Der aus Taverna in Kalabrien stammende Künstler kam 1661 nach Malta und blieb bis 1699. Sein Auftrag für die Co-Cathedral gehört zu den prägenden Arbeiten seiner langen Inselzeit.

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Caravaggios Gemälde und das Zentrum

Die Enthauptung Johannes des Täufers entstand als Altarbild für die Co-Cathedral. Sie befindet sich im Oratorium, ist Caravaggios größtes Werk und das einzige Gemälde, auf dem er seinen Namen signierte. Sein zweites Malta-Bild, Der schreibende Hieronymus, malte er für Ippolito Malaspina, einen Angehörigen des Johanniterordens. Die unterschiedlichen Auftraggeber und ursprünglichen Bestimmungen machen die beiden Werke zu verschiedenen Zeugnissen von Caravaggios Zeit auf Malta. Er kam nach der Tötung eines Mannes in einem Streit nach Malta, wurde unter Großmeister Alof de Wignacourt in den Orden aufgenommen und nach einem weiteren Konflikt verhaftet; schließlich floh er nach Sizilien.

Das Caravaggio-Zentrum zeigt Der schreibende Hieronymus auf einer unteren Ebene und eine lebensgroße Projektion der Enthauptung auf einer weiteren. Ein audiovisueller Bereich erzählt von Leben, Laufbahn und Aufenthalt des Künstlers auf Malta. Die Projektion ist von dem originalen Altarbild im Oratorium zu unterscheiden. Damit ergänzen sich der Blick auf das Gemälde an seinem kirchlichen Standort und die Vermittlung von Caravaggios Werkgeschichte.