Naxxar: Palazzo Parisio und Maltas Inselmitte
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Naxxar verbindet ein dichtes Ortszentrum mit zwei markanten Besuchszielen: dem Palazzo Parisio und der Pfarrkirche, die der Geburt Mariens gewidmet ist. Der Palazzo erzählt eine private Bau- und Familiengeschichte vom 18. Jahrhundert bis zur Umgestaltung als Winterresidenz; die Kirche steht für die lange Rolle Naxxars als kirchlicher Mittelpunkt der umliegenden Dörfer.
Üppige Pflanzen, Naturstein und eine kleine Figur prägen eine schattige Gartennische im Palazzo Parisio.
Foto: Nenea hartia / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Palazzo Parisio: vom Jagdhaus zum Winterpalast
Der Ort des heutigen Palazzo Parisio wird bereits mit einem Jagdhaus des Großmeisters Antonio Manoel de Vilhena im frühen 18. Jahrhundert verbunden. Die Orangerie von 1733 und eine in Stein gearbeitete Grotte gehören zu den älteren erhaltenen Elementen. Gegen Ende des Jahrhunderts übernahm die Familie Parisio den Palast; 1798 lieh Paolo Parisio das Gebäude Napoleon nach der französischen Invasion.
1898 erwarb Marquis Giuseppe Scicluna das Anwesen und ließ es zu einer repräsentativen Winterresidenz umgestalten. Der italienische Architekt Carlo Sada führte das Projekt bis kurz vor Sciclunas Tod 1907 zu Ende. Fresken im gewölbten Marmorsaal, die große Treppe, ein verspiegelter Ballsaal und vergoldete Salons prägen die Innenräume. Die ummauerten Gärten ergänzen die palastartige Anlage. Heute verbindet die Familie die private Wohntradition mit Besichtigungen von Haus und Garten sowie Gastronomie und Veranstaltungen. Die offizielle Seite von Palazzo Parisio zeigt diese Besuchsangebote und die Geschichte des Hauses.
Pfarrkirche der Geburt Mariens
Die Pfarrei wurde 1436 eingerichtet; damals unterstanden ihr auch die Dörfer Mosta und Għargħur. Als Naxxars Bevölkerung wuchs, entstand der heutige größere Kirchenbau zwischen 1616 und 1630 nach Plänen des Architekten Tommaso Dingli. 1732 wurde die Kirche feierlich geweiht. Der Bau besitzt ein Langhaus und zwei Querschiffe; der Chorbereich wurde später nach einem Entwurf Lorenzo Gafàs neu gestaltet.
Auch die Ausstattung trägt eine eigene Bildgeschichte. Das Hauptgemälde der Geburt Mariens wird der Schule Mattia Pretis zugeschrieben, während seitliche Gemälde Stefano Erardi zugeordnet sind. Die Bronzetür von 1913 besteht aus vier Bildfeldern mit Wappen und ist mit den Stiftern der Tür verbunden. Die Pfarrei ordnet Naxxar damit als Kirchenort ein, dessen heutiger Bau mehrere Bau- und Ausstattungsphasen verbindet.
Ortskern und Umgebung
Palazzo und Pfarrkirche geben zwei unterschiedliche Einblicke in Naxxar: das Anwesen einer einflussreichen Familie und die Kirche einer früheren Großpfarrei. Die Gassen des Ortskerns verbinden diese Ziele; Naxxar liegt zudem im nördlichen Inselinneren. Mosta ist ein naher Vergleich mit einem eigenen Kirchenbau, während Rabat und Mdina stärker mit der historischen Inselmitte verbunden sind. Wer die Städte und Landschaften Maltas gegenüberstellen möchte, findet weitere Orte im Überblick zu Regionen und Inseln.