Das National Museum of Fine Arts im Admiralty House
Das frühere National Museum of Fine Arts befand sich im Admiralty House an der South Street in Valletta. Es schloss am 2. Oktober 2016 nach 42 Jahren an diesem Standort. Die nationale Kunstsammlung wechselte in die Auberge d’Italie und wird im MUŻA, dem National Community Art Museum, neu erzählt. Der Ortswechsel führt von einem ehemaligen Admiralswohnsitz in ein Ordensgebäude an der Merchants Street; die Sammlung selbst verbindet beide Stationen.
Skulptur als Motiv fuer das National Museum of Fine Arts in Valletta.
Foto: Bestandsbild Malta-Netz / MaxTD
Vom Admiralty House zum MUŻA
Das Admiralty House diente als offizielle Residenz des britischen Admirals der Mittelmeerflotte. 1974 zog dort das National Museum of Fine Arts ein. Mit dem Ende dieses Museumsstandorts 2016 begann der Übergang in die Auberge d’Italie; 2018 öffnete MUŻA im Rahmen der Kulturhauptstadt Valletta. Das Gebäude war für die italienische Langue des Johanniterordens errichtet worden und wird heute an der Merchants Street als Kunstmuseum genutzt. Der frühere und der heutige Museumsname beschreiben daher zwei aufeinanderfolgende Orte der nationalen Sammlung.
Die Auberge d’Italie hatte bereits eine Museumsgeschichte: Das Valletta Museum wurde dort 1922 eingerichtet und 1925 offiziell eröffnet. Es umfasste neben Kunst auch archäologische, numismatische und naturhistorische Bestände sowie ein Restaurierungslabor. 1954 wurden die Sammlungen aus dem Gebäude verlegt. Als die Auberge später wieder als Standort der nationalen Kunstsammlung vorgesehen wurde, fiel die Entscheidung zunächst auf das Admiralty House. Die für Besucher heute hilfreiche Linie ist damit knapp: frühe Museumsnutzung in der Auberge, ein eigenständiger Fine-Arts-Standort im Admiralty House und schließlich die Rückkehr der Sammlung an die Merchants Street.
Die Sammlung im neuen Zusammenhang
Die chronologische Spannweite schließt auch frühe materielle Zeugnisse ein: MUŻA beschreibt Objekte aus neolithischer, punischer, römischer, arabischer und frühmittelalterlicher Zeit, bevor Renaissance und Barock ins Zentrum rücken. Damit begegnen sich in einem Kunstmuseum sehr unterschiedliche Formen von Bild, Material und Handwerk. Maltas Künstler und Auftraggeber nahmen mediterrane, europäische und kirchliche Impulse auf und überführten sie in eine eigene Bildsprache.
MUŻA ordnet Kunstwerke in einer zeitlichen Folge und thematischen Erzählungen. Die vier Leitmotive Mittelmeerraum, Europa, Empire und Künstler setzen Maltas Kunst in Beziehungen zu seiner Lage und den verschiedenen politischen wie kulturellen Einflüssen der Insel. Die Präsentation umfasst Gemälde auf Leinwand und Holz, Skulpturen, Möbel, Silberarbeiten, Keramik und Werke auf Papier. Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografien erweitern den Blick über die klassische Gemäldesammlung hinaus; auch Videoarbeiten gehören zur jüngeren Sammlungsgeschichte.
Die Werke reichen von frühen Epochen über Renaissance und Barock bis in die moderne und zeitgenössische Kunst. Der Barock bildet einen markanten Abschnitt, der mit Künstlern wie Mattia Preti, Filippo Paladini, Guido Reni und Melchiorre Cafà verbunden ist. Für die britische Zeit und die Entwicklung bis zur Unabhängigkeit 1964 zeigt MUŻA unter anderem Porträts sowie städtische und ländliche Ansichten. Die moderne Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg bringt weitere maltesische Positionen zusammen, darunter Arbeiten von Anton Inglott, Emvin Cremona, Victor Diacono und Victor Pasmore. So wird der Umzug nicht nur als Wechsel einer Adresse verständlich: Im neuen Haus lässt sich die Kunstsammlung als Erzählung über Malta, seine Einflüsse und seine Künstler lesen.
Die Auberge d’Italie verknüpft diese Museumsgeschichte mit der Architektur des Ordensgebäudes und seinem Standort im Zentrum von Valletta.